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Hüftgelenksdysplasie – HD

Bei der Hüftgelenksdysplasie entwickelt sich das Hüftgelenk nicht optimal. Daraus können Schmerzen und Arthrose entstehen. Die Entstehung wird durch mehrere genetische und umweltbedingte Faktoren beeinflusst. Röntgenuntersuchungen der Zuchttiere liefern wichtige Informationen, können eine spätere Erkrankung der Nachkommen jedoch nicht sicher ausschließen.

Goniodysgenesie und Glaukomrisiko

Bei einer Goniodysgenesie ist der Kammerwinkel des Auges, über den Augenflüssigkeit abfließt, fehlentwickelt. Schwere Veränderungen können mit einem erhöhten Risiko für ein Glaukom verbunden sein. Eine spezielle Augenuntersuchung, die Gonioskopie, und ein verfügbarer Gentest liefern unterschiedliche Informationen. Ein genetischer Risikobefund bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund erkranken wird.

TNS, IGS und NCL

Hinter diesen Abkürzungen stehen unterschiedliche erbliche Erkrankungen: TNS beeinträchtigt die Infektionsabwehr, IGS die Aufnahme von Vitamin B12 und NCL führt zu einer fortschreitenden Schädigung des Nervensystems. Für bekannte ursächliche Varianten stehen DNA-Tests zur Verfügung. Ihre Ergebnisse helfen, Verpaarungen so zu planen, dass genetisch betroffene Nachkommen hinsichtlich dieser Varianten vermieden werden.

MDR1 – besondere Medikamentenempfindlichkeit

Eine bestimmte Variante im MDR1-Gen kann dazu führen, dass Hunde auf einige Medikamente empfindlicher reagieren. Der genetische Status kann deshalb für die tierärztliche Behandlung wichtig sein. Ein auffälliges Ergebnis gehört in die Patientenakte und sollte vor einer Medikamentengabe angesprochen werden.

Was bedeutet „frei“, „Träger“ oder „betroffen“?

Bei vielen autosomal-rezessiven Erkrankungen bedeutet „frei“, dass die untersuchte Variante nicht nachgewiesen wurde. Ein „Träger“ besitzt eine Kopie und erkrankt durch diese einzelne Kopie in der Regel nicht, kann sie aber weitergeben. „Genetisch betroffen“ bedeutet, dass zwei Kopien vorliegen; die klinische Bedeutung hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Träger müssen nicht pauschal aus der Zucht ausgeschlossen werden – entscheidend ist eine fachlich geplante Verpaarung.

Die Gesundheit beim Border Collie

Die folgenden Themen sind eine Auswahl relevanter Gesundheitsfragen. Nicht jede Erkrankung kommt gleich häufig vor, und Risiken können sich zwischen Linien und Populationen unterscheiden.

Collie Eye Anomaly – CEA

CEA ist eine angeborene Entwicklungsstörung des Auges. Ihre Ausprägung reicht von Veränderungen ohne erkennbare Sehbeeinträchtigung bis zu schweren Befunden. Für die bekannte CEA-assoziierte Genvariante gibt es einen DNA-Test. Dieser ergänzt die augenärztliche Untersuchung, ersetzt aber keine umfassende Beurteilung der Augengesundheit.

Epilepsie

BCC beschreibt Episoden mit auffälligem Gangbild, Schwäche oder Desorientierung während oder nach intensiver Belastung. Die Erkrankung hat eine komplexe genetische Grundlage und ist vom klassischen, DNM1-assoziierten Exercise-Induced Collapse zu unterscheiden. Ein negativer EIC-Gentest schließt BCC nicht aus. Kollaps oder Koordinationsstörungen müssen tierärztlich abgeklärt werden. 

Sensorische Neuropathie – SN

Die sensorische Neuropathie ist eine erbliche Erkrankung, bei der sensible Nerven fortschreitend geschädigt werden. Dadurch können unter anderem die Wahrnehmung und der Schutz vor Verletzungen beeinträchtigt sein. Für eine bekannte ursächliche Variante gibt es einen Gentest.

Was Gesundheitstests leisten können

Ein Gentest beantwortet konkrete Fragen zu den untersuchten Varianten. Er ist kein allgemeines Gesundheitssiegel. Auch gute Röntgenbefunde und unauffällige Augenuntersuchungen erfassen jeweils nur einen Teil der Gesundheit. Verantwortungsvolle Zucht verbindet deshalb Untersuchungen, Familiengeschichte, Verhalten und langfristige Beobachtung.

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